Da mein letzter Eintrag schon wieder eine Woche her ist, hier ein neues Lebenszeichen von mir: Ich war am Donnerstag in Soweto!
Kurze Story zu Soweto: Abkuerzung fuer South Western Township und wohl das bekannteste Township von Suedafrika. Waehrend der Goldgraeberzeit wurden hier die Minenarbeiter mit ihren Familien in kleinen, extra schlecht isolierten "Hauesern" untergebracht.
Ausserdem stand Soweto fuer die Apartheid-Politik, die erst 1994 abgeschafft wurde. Zwar hat Soweto z.B. ein Kraftwerk. Allerdings war dieser Strom fuer die angrenzende Stadt Johannesburg gedacht, sodass die Menschen in Soweto sehr lange ohne Strom (und ich glaube auch ohne fliessend Wasser) gelebt haben. Als in den 70ern die Regierung beschloss, Afrikaans als offizielle Sprache einsufuehren, gab es von Seiten der Schueler und Studenten grosse Krawalle. Wir sind die Strecke abgefahren, die die tausende von Jugendlichen und Kindern damals gelaufen sind um gegen diese Einschraenkung zu protestieren. Bei den Krawallen sind 2 Schuljungen von Polizisten erschossen worden. Einer von ihnen war hector Peterson, dessen Bild um die Welt ging. Heute gibt es zum Gedenken das Hector Peterson Museum, das wir uns auch angeschaut haben.
Heute pendeln ueber 40.000 Minibustaxen nach Johanneburg, wo einige der Menschen arbeit gefunden haben. Allerdings zum Vergleich: Offiziell hat Soweto 1,5 Mio Einwohner, inoffiziell allerdings ca. 4 Mio! Aufgrund dessen und der Arbeitslosigkeit, gibt es hier leider auch viele informal settlements. Die Menschen Leben auf engstem Raum in Huetten aus Pappkarton, Plastiktuerten und mit Steinen beschwerten Wellblechhauesern. Sie trinken aus und waschen sich in einem Fluss, dessen Wasser zwar "clear, but not clean" ist: Deshalb auch kein Wunder, dass sich die Cholera aus Simbabwe immer weiter ausbreitet...
Das sind echt die Bilder, die aus den 3.-Weltlaendern um die Welt gehen und uns wohlhabenden, trotzdem immer noergelnden Deutschen kurz ans Herz gehen.
Der Tourguide hat uns auch erzaehlt, dass Suedafrikaner nicht gerne in der Hoehe leben: Sie sind es gewohnt, festen Boden unter ihren Fuessen zu haben und kein kleines Stueckchen Land, auf dem Sie z.B. Mais anbauen koennen.
Ich habe auch festgestellt, dass Lebensmittel hier sehr teuer sind. Z.B. Nudeln gibt es nicht unter 1 Euro (selbst die Eigenmarken), und besonders Milchprodukte aber auch Drogerieartikel sind sehr teuer. Da koennen wir in Deutschland sehr froh sein, trotz unseres vergleichbar hohen Einkommes uns so guenstig ernaehren zu koennen.
Wie ihr merkt, werde ich hier doch etwas nachdenklich und hoffe, euch mit diesen Eindruecken ein bisschen aufwecken zu koennen.





Hey Reike,
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